Pressemitteilung 4. Juli 2011
Interview: Nicole Brachvogel
Am 27. und 28. Mai fanden zum 18. Mal die Landesmeisterschaften der DEHOGA Sachsen statt. Nach zwei Tagen intensivster Prüfungen in Theorie und Praxis wurden die Besten des Wettbewerbs gekürt. Nicole Brachvogel, Auszubildende im Ratskeller Leipzig, belegte in Einsiedel bei Chemnitz den zweiten Platz. Wir haben die Zweitplatzierte im Gespräch:
Nicole, wie liefen die Wettbewerbe?
Es waren zwei Teile. Am Freitag fanden die fachlichen Wettbewerbe statt. Ich musste knifflige Aufgaben rund um das Kochen lösen, u. a. Einkaufskalkulation oder der Gewichtsverlust beim Garen. Am zweiten Tag ging es schon früh um 6 Uhr los. Hier standen die praktischen Aufgaben an. Ich bekam schon am Vortag einen Warenkorb und musste aus diesen Zutaten innerhalb von 30 Minuten ein Vier-Gänge-Menü für 10 Personen kreieren. Nun hatte ich 5 Stunden Zeit, das Ganze zu kochen.
Aus was bestand denn dein Menü?
Der erste Gang musste aus Jakobsmuscheln und Seezunge bestehen. Ich bereitete daraus ein Parfait von der Jakobsmuschel und ein mit Blattspinat gefülltes Seezungenröllchen zu. Bei meiner Suppe, einer doppelten Rinderkraftbrühe, habe ich leider ein wenig gepatzt. Sie wurde nicht so klar, wie ich es mir gewünscht habe. Zum Hauptgang habe ich die Kalbsbäckchen geschmort und den Lammrücken »sous vide« gegart.
Und was war das krönende Finale?
Grundsätzlich sollten Erdbeeren verarbeitet werden. Ich entschied mich für folgende Dessertvariation: Mit Grand Manier marinierte Erdbeeren an einer leichten Limetten-Quarkmousse, gekrönt von Joghurt-Espuma und Erdbeer-Granité.
Das klingt ja alles aufregend und spannend. Wie bereitet man sich denn auf so eine Herausforderung vor?
Die Grundlagen habe ich ja schon während meiner Lehrzeit im Ratskeller der Stadt Leipzig vermittelt bekommen. Bereits im vorigen Jahr gewann ich die Regionalmeisterschaften. Nach dem erneuten Sieg 2011 ermöglichte mir mein Ausbildungsbetrieb ein Praktikum im Ritz Carlton Wolfsburg – im Restaurant Aqua. Hier durfte ich zehn Tage lang »die Sterne schnuppern«.
Und was bringt die Zukunft?
Ich darf mich nun erst einmal auf meine praktische Abschlussprüfung vorbereiten. Ich habe ja bereits meinen Arbeitsvertrag als Facharbeiter in den Händen und werde mich dann gemeinsam mit meinem Küchenchef, René Ludwig, auf die Deutschen Jugendmeisterschaften im Oktober intensiv vorbereiten.
Was möchtest du anderen Auszubildenden für ihre Lehrjahre mit auf den Weg geben?
Bewährt euch neben der Arbeit im Ausbildungsbetrieb und dem Besuch der Berufsschule auch bei Wettbewerben der DEHOGA, des Kochkunstverbandes und der Industrie. Voraussetzung ist natürlich, dass euch euer Ausbildungsbetrieb dafür die Chance bietet. Denn auch wenn man nicht gewinnt, ist das eine gute Schule für die weitere berufliche Entwicklung.